4. Internationaler HANSE-Workshop in Ljubljana (Slovenien)

Kooperieren oder betrügen, im Spiel oder im wahren Leben?

Das HANSE-Projekt mit Partnern aus Finnland, Spanien und Slowenien führte uns im Mai nach Ljubljana, der Hauptstadt Sloveniens, zum nunmehr letzten Workshop.

Diesmal wurde ausgewertet, welche Strategien Spieler unserer Simulationen anwenden, und festgestellt, dass Menschen sich im wahren Leben wie von der Spieltheorie beschrieben tatsächlich verhalten – besonders, wenn das Verhalten sich wie beim sogenannten Nash-Gleichgewicht für alle Beteiligten als beste Entscheidung lohnt. Wir hatten im letzten Workshop in Spanien schon festgestellt, dass kooperative Strategien mehr erwirtschaften und sich für die Spieler auszahlen. Nun wurde in Slovenien auch durch den Einblick in die wissenschaftliche Arbeit der Universität nebenan klar, dass Kooperation sich rechnet.

Unsere Simulationen und Spiele stehen im nächsten Schuljahr nicht nur unseren eigenen Klassen der vier beteiligten Schulen zur Verfügung, sie werden dann auch wie in einem „Schneeballsystem“ von Schule zu Schule weitergereicht und im Internet zum Download bereitgestellt.

Hanse - unsere gelebte Wirtschaftssimulation

Im Wirtschaftsleben, im Leben überhaupt, gibt es oft die beiden grundsätzlichen Entscheidungsmöglichkeiten: Zusammenarbeiten oder nicht. In unserem Europa-Projekt wollen wir Schülern nicht sagen, dass sie sich für das Gute entscheiden sollen, zu kooperieren. Wir wollen ihnen die Wahl lassen. Wir wollen sie selbst erleben lassen was passiert, wenn sie in simulierten Geschäftswelten mit ihren Partnern zusammenarbeiten - oder versuchen einen Vorteil auf Kosten der Partner zu erringen. Wir glauben, dass kooperative Strategien sich bezahlt machen können. Den Beweis mögen die Schüler selbst führen.

Das Projekt wird von vier Ländern bzw. Städten getragen: Finnland (Oulu), Spanien (Albacete), Slowenien (Ljubljana) und, koordinierend, Deutschland (Velbert). Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird von der Europäischen Union großzügig als Erasmus+ Projekt gefördert, da es im Prinzip von jeder Altersgruppe genutzt und in jedem Schulfach eingesetzt werden kann.

Im ersten von vier Schritte steht die Praxis im Vordergrund. Es werden Simulationen, Spiele und Regeln entwickelt und ausprobiert. Diese werden auf einem Workshop in Finnland vorgestellt, ausprobiert und verglichen.

In einem zweiten Schritt werden die Simulationen als Computerprogramme digitalisiert. Nach dem zweiten gemeinsamen Workshop in Deutschland stehen die Simulationen dann im Internet einer weltweiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

Im dritten Schritt werden die Anwendungsergebnisse verglichen und auf reale Situationen übertragen. Lohnt sich Kooperation, auch wenn die Partner aus egoistischen Motiven handeln? Hat sich jemals Kooperation aus Interessenskonflikten heraus entwickelt? Der dritte Workshop in Spanien hält die Ergebnisse fest.

Im letzten Schritt werden aus den Simulationen heraus Materialien entwickelt, die an weitere Schulen und Partner weitergegeben werden. Beim vierten Workshop in Slowenien werden die Materialien in Form von geeigneten Paketen so aufbereitet, dass sie wie in einem Schneeballsystem von Schule zu Schule weitergegeben werden können.